Harmonische Generalversammlung beschließt über Eintrittsalter und Bierpreis

Wennigloh. Die Wennigloher St. Franziskus-Xaverius-Schützen trafen sich am Samstag, den 08. März in der Schützenhalle des Bergdorfes zu ihrer jährlichen Generalversammlung, bei der über wichtige Angelegenheiten des Vereins beraten wurde.

23 Frauen eingetreten

Nach der Begrüßung der Mitglieder durch Hauptmann André Westermann wurden zunächst die Vereinsregularien abgehandelt. Unter anderem präsentierten Rendant Patrick Schiwek und sein Stellvertreter Stefan Springer eine solide Kassenlage des Vereins. Bei laufenden Kosten der Bruderschaft in Höhe von stattlichen 17.000 Euro pro Jahr habe man im Jahr 2024 dennoch Investitionen im Umfang von 11.300 Euro tätigen können. Nach der im vergangenen Jahr beschlossenen Öffnung der Schützenbruderschaft für Menschen aller Geschlechter habe man bislang 23 Frauen als neue Mitglieder in dem Verein willkommen heißen können.

Unterhaltung der Wennigloher Kapelle: Interessierte sollen sich melden

Im Zuge der Beratungen über die Unterhaltung der historischen Wennigloher Kapelle, die sich seit ihrer Entwidmung in der Obhut der Schützenbruderschaft befindet, rief Hauptmann André Westermann alle Vereinsmitglieder, die sich für diese Sache engagierten möchten, dazu auf, sich bis zur Schützenfestabrechnung am 29. August beim Hauptvorstand zu melden, um den Fortbestand dieses für Wennigloh wichtigen Bauwerks langfristig sichern zu können. In diesem Zusammenhang könne beispielsweise auch über die Gründung eines Kapellenvereins nachgedacht werden. Sollten sich jedoch keine Interessierten finden, müsse aber auch ein Verkauf der denkmalgeschützten Immobilie in Erwägung gezogen werden.

Eintrittsalter bleibt unverändert

Zurückgehend auf den Antrag eines Vereinsmitglieds bei der letztjährigen Generalversammlung wurde auch über eine Senkung des Eintrittsalters in die Schützenbruderschaft von derzeit 17 Jahren auf 16 Jahre oder auf einen Eintritt ab der Geburt beraten. Der stellvertretende Hauptman David Mannchen stellte hierfür die zur Debatte stehenden Alternativen und ihre Auswirkungen auf die Vereinssatzung vor. Im Falle einer Änderung seien hier umfangreiche Anpassungen bis hin zur Erstellung neuer eigenständiger Regelwerke wie etwa einer Wahlordnung oder einer Schießordnung für das Schützenfest erforderlich. Die Versammlung beschloss schließlich mit großer Mehrheit, das Eintrittsalter unverändert bei 17 Jahren zu belassen.

Neunköpfiges Team unterstützt bei der Vorbereitung des Jubelschützenfestes

Zur Vorbereitung des Jubelschützenfestes, welches im Jahr 2029 anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Wennigloher Bruderschaft gefeiert werden soll, fanden sich aus den Reihen der Versammlung erfreulicherweise neun engagierte Schützen, die den Vorstand bei der Vorbereitung, der Organisation und der Durchführung dieser Großveranstaltung unterstützen möchten.

Bierpreis steigt auf 2 Euro

Traditionell beschloss die Generalversammlung auch über den Termin dies diesjährigen Schützenfestes, welches vom 25. bis zum 27. Juli gefeiert wird, sowie über den Bierpreis, der in diesem Jahr erstmals die Marke von 2 Euro für 0,2 Liter Warsteiner Pilsener erreicht. Mit diesem leider erforderlichen Beschluss trug die Versammlung der weiter voranschreitenden allgemeinen Preissteigerung Rechnung.

Unterstützung beim social media-Auftritt – Musikverein Affeln steht nicht mehr zur Verfügung

In seinem anschließenden Bericht konnte Hauptmann André Westermann unter anderem erfreut feststellen, dass mit Luisa Westermann und Johanna Bause zwei Frauen nach ihrem Eintritt in die Schützenbruderschaft künftig den social media-Auftritt des Vereins betreuen werden. Als Wermutstropfen musste er jedoch auch darüber berichten, dass der Musikverein Affeln der Schützenbruderschaft ab dem kommenden Jahr nicht mehr als Festmusik zur Verfügung steht. Derzeit sei man intensiv auf der Suche nach einem Ersatz. Abschließend rief er alle Mitglieder der Bruderschaft dazu auf, den Verein nach Kräften zu unterstützen.

Erstmals zwei Frauen in den Vorstand gewählt

Im Zuge der anschließenden Wahlen wurden der Rendant Patrick Schiwek und sein Stellvertreter Stefan Springer nach einem gebührenden Dank für ihr Engagement in ihren Ämtern bestätigt. Auch der stellvertretende Schriftführer Thomas Klaus wird sein Amt erfreulicherweise für weitere zwei Jahre ausüben und wurde mit Dank einstimmig wiedergewählt. Nicht mehr zur Wahl stellte sich Peter Krämer als Schriftführer. Als sein Nachfolger konnte nach einer langen und intensiven Suche Ulrich Droste gewonnen werden, der von der Versammlung dann auch einstimmig gewählt wurde. Peter Krämer wird der Schützenbruderschaft jedoch in seiner Funktion als Pressesprecher erhalten bleiben, in der er ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurde. Aus ihren Ämtern als Beisitzer der Bruderschaft schieden Christian Klaus, Christopher Schlüter und Karsten Schulte aus. Als Beisitzer wiedergewählt wurden Jannik Löwe und Julian Ziegenfuß. Und erstmals in ihrer nunmehr 196-jährigen Geschichte wurden mit Luisa Westermann und Johanna Bause zwei Frauen als Beisitzerinnen für social Media einstimmig in den Vereinsvorstand gewählt, was durch die Versammlung mit erfreutem Applaus gewürdigt wurde. Als Kassenprüfer wurden Sebastian Kortz für ein weiteres Jahr sowie als neuer Prüfer Christoph Willecke gewählt.

Ehrungen für 25-Mitgliedschaft

Für ihre 25-jährige Treue zu den Wennigloher Schützen wurden Olaf Cordes, Stephan Cordes, Klaus Gollasch, Josef Köper und Dietmar Wobben geehrt.

Recht des Vogelbaus für 1.300 Euro versteigert

Anschließend kam auch in diesem Jahr wieder die alte Wennigloher Tradition der sogenannten Vogelversteigerung zu ihrem Recht. Alljährlich wird bei der Generalversammlung das Recht zum Bau des Schützenvogels für das Wennigloher Schützenfest an den Meistbietenden versteigert. Nachdem in den vergangenen Jahren der Kegelclub „Blaue Jungs“ mit Rekordgeboten von zuletzt bis zu 1.400 Euro erfolgreich war, setzten sich in diesem Jahr wieder ihre schärfsten Konkurrenten, die „Vogelbauer 2018“ durch. Hierfür reichte ein Gebot von Jens Stiefermann in Höhe von 1.300 Euro, um sich das Recht des Vogelbaus zu sichern. Stefan Wienecke, ebenfalls Mitglied der bei dem Bieterwettstreit erfolgreichen Vogelbauertruppe, spendete wieder mit einem Stück massiven Eichenholzes den Kern des Federviehs, das am Schützenfestsonntag sein Leben lassen muss. Das gebotene Geld kommt der Schützenbruderschaft zur Deckung ihrer jährlichen Ausgaben zugute.

Dank an Jugendraum für Bewirtung

Und so konnte Hauptmann André Westermann nach gut zweieinhalb Stunden eine erneut erfolgreiche Generalversammlung mit einem dreifach kräftigen „Horrido!“ auf die Wennigloher Schützenbruderschaft und auf das Bergdorf beenden. Zuvor versäumte er es jedoch nicht, sich bei den engagierten Jugendlichen des Wennigloher Jugendraums für die hervorragende Bewirtung während der Veranstaltung zu bedanken, was von der Versammlung mit anerkennendem Beifall gewürdigt wurde.

 

Bildhinweis: Die neu und wiedergewählten Vorstandsmitglieder der St. Franziskus-Xaverius Schützenbruderschaft e.V. Wennigloh mit dem Schützenkönig Sebastian Blume (3.v.l.), dem Jungschützenkönig Tom Blume (links), dem Hauptmann André Westermann (2.v.r.) und dem stellvertretenden Hauptmann David Mannchen (rechts).